00:00Ich bin eine Ente mit Shotgun.
00:11Was in unserer Welt schwere Konsequenzen für alle Parkbesucher mit zu trockenem Brot hätte,
00:16ist auf dem Planeten Duckhoff völlig normal.
00:19Da gab es nämlich eine ganze Entenzivilisation.
00:22Doch als der eifermige Planet droht, jeden Moment zu explodieren,
00:26ist nun jede Ente auf sich allein gestellt.
00:29Bloß runter von diesem sterbenden Felsen.
00:32Doch so eine Flucht will gut vorbereitet sein.
00:35Zum Glück habe ich einen gut geschützten Bunker.
00:37Von dem gehe ich auf Erkundung und sammle Materialien für mein Raumschiff,
00:41mit dem ich endlich fliehen kann.
00:44Diese schräge Parodie auf Escape from Tarkov mit einer Prise Hotline Miami
00:49zieht auf Steam gerade im I-Tempo an Dauerbrennern wie Apex Legends, Rust und Stardew Valley vorbei
00:55und macht teilweise sogar Battlefield 6 Konkurrenz.
00:59Über 200.000 Enten spielen schon täglich gleichzeitig auf Steam.
01:04Damit hat Escape from Duckhoff, ja so heißt das wirklich,
01:08sogar die Spielerzahlen vom Ark Raiders Playtest überholt.
01:12Und der war kostenlos.
01:14Klar, so richtig erscheint Ark Raiders erst am 30. Oktober,
01:18aber wie beliebt das Spiel vermutlich einmal sein wird,
01:21zeigten die Playtests bereits deutlich.
01:23Bisher wurde Raiders nachgesagt, dass es wohl der Türöffner für das Extraction-Genre werden könnte.
01:29Doch jetzt scheint es so, dass diese Auszeichnung an eine kleine gelbe Ente gehen könnte.
01:34Und dabei hat Escape from Duckhoff gar keinen Multiplayer wie das große Vorbild.
01:42Anders als die Vorlage bietet die Enten-Parodie außerdem etwas,
01:46was Escape from Tarkov bis heute verschweigt,
01:49einen ganz konkreten Grund für die Flucht, gepaart mit einem klaren Fluchtplan.
01:53Aber neben einem ziemlich guten Gaming-Witz ist Escape from Duckhoff auch ein ziemlich gutes Spiel geworden.
02:01Gerade für die knapp 18 Euro Vollpreis hat man hier über die rund 40 Stunden Spielzeit jede Menge Spaß.
02:07Allen, die sich etwas aus Zeit vom ei-harten PvP nehmen wollen,
02:11liefert das kleine Entlein einen leichtherzigen Extraction-Shooter mit penibel einstellbarem Schwierigkeitsgrad.
02:17Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente
02:47fünf große Maps und erledige für immer mehr NPC-Händler jede Menge Quests. Mal geht es
02:53um Rache, mal um verschollene Ausrüstung und mal darum, die neue Schusswaffe auszuprobieren.
03:05Jeder Auftrag liefert Erfahrungspunkte, Geld, neue Items oder Crafting-Baupläne. Parallel
03:11investiere ich in passive Talente wie mehr Trefferpunkte, ich baue immer bessere Waffen
03:16und gehe sogar angeln. Der Haupt-Gameplay-Loop ist dabei bekannt aus anderen Genre-Vertretern.
03:24Die Gegend erkunden, Gegenstände sammeln und Quests erledigen, dann mit dem gesammelten Loot
03:28wieder in die Basis und schon geht es wieder von vorne los. Wenn ich unterwegs sterbe,
03:33habe ich noch eine letzte Chance, meine verlorene Ausrüstung wieder zu erlangen. Nur auf den zwei
03:38höchsten Härtegraden gibt es diese Rettungsleine nicht. Oder ihr stellt euch so blöd an wie ich
03:45und sterbt auf dem Weg zum kostbaren Loot, dann ist ebenfalls alles futsch. Da ärgert man sich
03:51schon mal. Diese formale Deiten mit ihren blöden und außerdem die...
03:57Oh, furchtbar!
03:59Die einzige Versicherung ist der Rucksack meines Hundebegleiters, der hat anfangs aber nur einen
04:04einzigen Slot. Allerdings ist der Verlust dieser Items nie sonderlich groß. Das Spiel gibt mir nicht
04:10nur zum Start jedes Runs eine Pistole und etwas Munition, weiteres Equipment hat man schnell
04:15beisammen. Mit etwas Geduld und Taktik schafft man es auch, mit schlechterer Ausrüstung gegen
04:19die Gegner anzukommen. Frust kommt eigentlich nur auf, wenn die zufällig generierten Levelinhalte
04:25einen bestimmten Boss oder einen benötigten Gegenstand partout nicht spawnen wollen und
04:30man mehrmals ohne Quackfortschritt, äh, Questfortschritt heimkehrt. Solche Pechfedern sind allerdings
04:35selten. Und auch wenn Escape from Duckhoff nicht super schwer ist, brauche ich auch auf
04:40den niedrigeren Schwierigkeitsgraden einiges an Taktik, um nicht frühzeitig als Weihnachtsbraten
04:45zu enden. Je nachdem wie schwer die Ausrüstung der feindlichen Erpel aussieht, wechsle ich
04:49zwischen normaler und panzerbrechender Munition, zwischen Schrotflinte, MP, Sturmgewehr und Sniper
04:55Rifle. Sogar die watschenden Laufgeräusche spielen eine Rolle. Wer wie eine kopflose Gans durch
05:01den Wald rennt, wird schnell von Feinden entdeckt und mit lautem Geschnatter angegriffen.
05:05Deshalb muss ich Deckungen klug nutzen und tanze um Bäume, Fahrzeuge und Gebäude herum.
05:10Kombiniert man das alles noch geschickt mit der Ausweichrolle, zerfleddern besiegte
05:14Schnabelsöldner in regelrechten Blutfontänen. Übrig bleibt ein Braten, den ich dann plündern kann.
05:20Wie in Tarkov müssen inspizierte Container erst durchsucht werden, bevor sich ihre Items
05:25offenbaren, wie hier durch diese kreisende Lupe gezeigt wird. Dabei bleibt die Zeit jedoch nicht
05:30stehen, ich muss also auch beim Looten stets auf der Hut bleiben. Davon abgesehen kann man Duckhoff
05:35aber jederzeit mit der Escape-Taste pausieren, wir sind hier ja im Erbespieler, äh, Einzelspieler.
05:40Die Umgebungen sind wirklich schön detailliert gestaltet. Das Startgebiet, das etwas klobig mit
05:45Nullpunkt vom englischen Ground Zero übersetzt wurde, ist eine hübsche Waldgegend mit einem
05:50kleinen Berg in der Mitte sowie kleinen bis mittelgroßen Feindbasen. Was genau ich entdecke,
05:55hängt oft vom Ort selbst ab. In einem Wohnhaus gibt's aller Ei alltägliche Gegenstände wie Tassen
06:01oder Putzmittel, ja auch die sind wichtig für die Ente von Welt. In einem Werkzeugkasten gibt's Bretter und
06:07Nägel und im Klo gibt's eben Sachen, die man so im Klo findet. Immer wieder gibt's diese blau
06:16leuchtenden Datenknoten, wo ich neue Blaupausen für Waffen und andere Gegenstände finde. Auch die
06:21muss ich erst einmal heimbringen und analysieren, bevor ich sie nutzen kann, was einen Verlust umso
06:26spannender macht. Sind die Taschen voll, die Quests erledigt oder die Nahrung knapp, wird es Zeit an
06:32diesen grünen Rauchschwaden zu extrahieren. Mit jedem Run mache ich mir die Raubzüge außerdem etwas
06:37leichter. Mit ein paar Materialien repariere ich etwa Brücken oder sprenge Wände mit Dynamit. Meistens
06:43entstehen so Abkürzungen zu anderen Orten, manchmal verbergen sich hier aber auch ganz neue Areale. Auch
06:48im heimischen Bunker wird fleißig genistet und wir passen unser Interieur an. Mit der Zeit baue ich dort
06:54neue Stationen wie Computer Terminals, Waffen und Rüstungshändler, ein Homegym und sogar einen
06:59Teleporter, mit dem ich in neue Gebiete reise. Der Fortschritt bei den einzelnen Ausflügen hält
07:05sich in Grenzen, doch besonders der übergreifende Fortschritt in Duckhoff motiviert viel mehr als ich
07:11dieser Parodie je zugetraut hätte. Meine Ente wird merklich stärker, die Hintergrundgeschichte wird
07:16über Quests und gefundenen Notizzettel immer klarer und ich arbeite ganz aktiv auf meinem Traum vom
07:22Raumschiff zu. Jeder Watschelschritt auf der Reise wird von einem wunderbaren augenzwinkerten Humor
07:27begleitet. Zum Bau einer Kartoffel-Grafikkarte stecke ich Kabel in eine buchstäbliche Kartoffel.
07:32Es gibt alte Beschreibungen wie diese hier und dann gibt es noch den überraschend umfangreichen
07:41Charakter-Editor, mit dem man seine ganz eigene Ente, ja oder zumindest etwas Enten-ähnliches
07:47entstehen lassen kann. Alle zehn Tage kommt außerdem ein tödlicher Sturm auf. Der lässt sich
07:53bequem im Bett überspringen und wird vom allgegenwärtigen Timer oben links rechtzeitig
07:57angekündigt. Später finde ich aber auch richtige Schutzausrüstung, dank der ich mich auch bei
08:02bedrohlicher Wetterlage nach draußen wagen kann. Für das finale Areal ist diese Ausrüstung außerdem
08:07dringend notwendig, das zeigen wir euch aus Spoilergründen aber natürlich nicht.
08:11Und ja, Escape from Duck Off hat einen befriedigenden Abschluss samt animierter Ente-Sequenz. Bis auf ein
08:23paar Schnitzer in den deutschen Texten ist dem winzigen Ente-Wickelungs-Studio Team Soda hier
08:27ein Enten-starker Extraction-Shooter gelungen, der demonstriert, dass sich dieses Genre nicht immer
08:33so bierernst nehmen muss. Und wie gesagt, für nicht mal 18 Euro kriegen wir hier gute 40
08:40Stunden Spielspaß gefüllt. Kein Wunder, dass Escape from Duck Off auf Steam gerade so abgeht. Das hier
08:46ist ein wirklich gutes Spiel zum kleinen Preis, das echt geschickt mit den Erwartungen des Extraction-Genres
08:52spielt, sich nicht zu ernst nimmt, aber mehr ist als eine plumpe Parodie von Tarkoff. Ich werde auf
08:59jeden Fall noch einige Stunden weiterspielen und wünsche euch viele gute Extraktionen. Ente gut, alles gut.
09:10Scheiße, das muss ich noch irgendwo einbauen.
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